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2020 Von Berlin in das Land des Fado, dem Frühling entgegen

Ende Januar 2020 war es wieder so weit, wir entflohen dem nasskalten Wetter und fuhren dem Frühling in Nordspanien und Portugal entgegen. Unser alter  Goya Hund  ist natürlich auch wieder mit dabei, er ist erstaunlich fit und wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Zeit!

Aber zunächst lagen gut 2000 Km vor uns. Wir wählten die direkte Route über Aachen, quer durch Belgien. In Reims machten wir Station, änderten aber wegen des anhaltenden Dauerregens unseren ursprünglichen Plan und verzichteten auf die Stadtbesichtigung. Der Stellplatz mitten in der Stadt ist zu empfehlen, allerdings war er bei unserer Ankunft belegt, sodass wir auf den Parkplatz am Fußballstadion ausweichen mussten. Kostenfrei, aber nicht ganz so leise. Bei Dauerregen ließen wir Paris links liegen, fanden auf der Höhe von Limoges einen wirklich empfehlenswerten CP municipal  (46°1’58“ N, 1°17’46″E), herrlich in einer parkähnlichen Landschaft gelegen, waren wirdie einzigen Nutzer. Nach Limoges klarte das Wetter auf, das Navi führte uns locker um Bordeaux herum, so dass wir am 4.2. nach 26,5 Stunde reiner Fahrzeit unser erstes Etappenziel in Spanien Hondarribia erreichten (dass wir Frankreich die mautpflichtigen Autobahnen mieden, muss sicher nicht extra erwähnt werden)

Leider hatte der von uns angepeilte CP im Ort (anders als im Internet angezeigt) noch geschlossen. Wir durften daher noch ein kleines Wendeabenteuer mit dem Womo vollbringen (sehr zur Freude der vom guten Wein schon recht beseelten männlichen Zuschauer). Unsere zweite Wahl,  der Platz direkt am Leuchtturm, war offen. IMG_2246

Die Lage des Platzes des CP „Faro de Higuer“ (Carretera del Faro, n.°58) ist herrlich, allerdings stehen  für WoMo’s nur Stellplätze zur Verfügung. Der ganze Platz ist mit Dauercampern belegt. Sympathisch: Für Zelte sind die besten Plätze reserviert.

Mittwoch, 5.2.2020

Herrlichster Sonnenschein! Vormittags führte uns eine Klippenwanderung zum neuen Fischereihafen.

Zum frühen Nachmittag kamen dann die Fahrräder zum Einsatz, um die Altstadt aufzusuchen. Hondarribia ist bekannt für ihre besondere, baskische Architektur der Herrenhäuser aus der Zeit der Renaissance und des Barock.

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Blick auf die Flussmündung des Bidasoa, in dessen Mitte die Grenze zwischen Spanien und Frankreich verläuft.

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Jasokunde eta Sagarrondoko Ama Birjinaren Eliza Nagusia

Wir bummelten durch die Altstadt, genossen die total entspannte Atmosphäre – es ist eben noch keine Saison. Der Nachteil: Viele Restaurants haben geschlossen. Aber das ist der Preis, den wir gerne zahlen.

Und einen guten, ersten Rosé konnten wir – in einer Bar mit passendem Namen 🙂 – genießen.

Donnerstag, 6.2.2020

Unser Plan für den heutigen Tag wechselte öfter…aber zunächst folgten wir dem Tipp des netten Mitarbeiters in der Touristikinfo von gestern: Wir fuhren die GI 3440 Richtung Pasaia (ca 30 km). Der Tipp hatte sich gelohnt, immer an der Küste entlang entdeckten wir auch noch einen wunderbaren Stellplatz (notiert für das nächste mal oder die Rücktour: Mirador Jaizkibel 43,35°N 1,84W).

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Ein letzter Blick auf Hondarribia

Wir konnten uns nur schwer von dem kleinen Idyll trennen. Weiter ging es an der Küste entlang, und dann die Entscheidung: Wir strebten als nächstes Santiago de Compostela an und ließen Bilbao aus (sowohl die Stadt als auch die phantastische Architektur des Guggenheim Museums kennen wir ja bereits). Wir wechselten auf die A 8, S 30 und „fraßen“ einige Kilometer. Hinter Bilbao ist diese Strecke mautfrei. Wir meinen, die Strecke gehört zu den schönsten Autobahnstrecken überhaupt. Nach ca 150 km ein vertrauter Anblick – die Picos di Europa. Die Erinnerungen an einen schönen Wanderurlaub  2009 kamen hoch. Folgerichtig  strebten wir die „Grüne Wiese“ als Übernachtungsort an (43,47°N 5,21°W).

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Irgendwie vertraut und immer noch so wunderschön! und komplett leer. Die  Pferde auf der Koppel und Kühe mit sehr jungen Kälbchen beäugten unseren Abendspaziergang und vor allem Goya . An diesem politisch in Deutschland chaotischen Tag herrschte hier Ruhe und Frieden. Wie genossen!

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Freitag, 7.2. und Samstag 8.2.2020

Der Tag begann mit einem morgendlichen Lauf bzw. einem Strandgang für Goya .

Und dann mussten wir uns um unser Womo kümmern – es hatte uns gestern eine kleine „Überraschung“ beschert: „Bitte Motoröl wechseln“??? Der letzte Ölwechsel war gerade ein 3/4 Jahr her und 11000 km mehr auf der Uhr? Aber es half nichts. Die nächste Werkstatt musste angefahren werden, weil ansonsten eine Motorabriegelung drohte. Und wer will schon mit 1500 Umdrehungen reisen. Dank Internet und netten Spaniern fanden wir in Gijón nicht nur eine Werkstatt sondern auch einen sehr netten Monteur – er setzte die Anzeige zurück und wir konnten weiterfahren. Wir hatten echt Glück, denn ab Freitag nachmittag ist hier Wochenende und dann geht nichts mehr.

Santiago de Compastelo stand auf dem Programm. Auf der total leeren A 8 immer der Küste entlang erreichten wir gegen 17.30 die Stadt. Im Universitätsgebiet gab es in den vielen kleinen Nebenstraßen tatsächlich noch einen Parkplatz (42,875°N 8,55°W). Der große Vorteil: Ein Spazierweg durch den Park von ca 700 m und schon waren wir in der Altstadt. Wir genossen den ersten Eindruck

Cathedrale

und fanden natürlich auch eine nette Tapas Bar – die galicische Spezialität hatte es uns angetan!

Pulpo a feira - vorzüglich!!!!
Pulpo a feira – vorzüglich !!!!

Unser Parkplatz eignete sich auch hervorragend für das Nachtquartier.

Am heutigen Morgen begrüßte uns herrlicher Sonnenschein.

der Blick von unserem Nachtquartier

Kultur stand heute auf dem Programm und natürlich hatten wir uns auch etwas mit der Geschichte des Ortes beschäftigt. Nicht nur, dass hier ein wesentlicher Endpunkt des Jakobswegs liegt, nein, die Gelehrten streiten sich immer noch darüber, ob die Gebeine von Jakobus dem Älteren tatsächlich im Schrein der Kathedrale aufbewahrt werden oder ob es sich eher um eine Legende handelt. Wie heißt es so schön? Glaube versetzt Berge! Also kurz hier zur Legende: Jakobus der Ältere (einer der der zwölf Apostel) wurde wohl im Jahr 44 auf Befehl von Herodes in Judäa enthauptet. Sein Leichnam soll in einem Boot nach Spanien getrieben worden sein. Seine Gebeine sollen in der heutigen Stadt Santiago beigesetzt worden sein. Eine andere Version berichtet davon, dass die Gebeine dem Sinaikloster durch Kaiser Justinian geschenkt worden seien. Mönche sollen diese vor dem Islam in Spanien in Sicherheit gebracht haben. Tatsächlich haben Ausgrabungen eine Nekropole gezeigt.

In den Jahren 818 bis 834 wurde das angebliche Grab entdeckt. König Alfonso II. von Asturien ließ an der Stelle eine Kirche errichten, die sich zu dem bekannten Wallfahrtszentrum entwickelt hat.

Zurück zur Neuzeit: Leider wird die Kathedrale umfänglich restauriert, d.h. das ganze Kirchenschiff ist mit Folien abgehangen und von dem eigentlichen Prunk kann man nur eine Ahnung haben.

Zurück in die Wirklichkeit genossen wir den blühenden Park (blühende Kamelienbäume und Kamelienhecken – zu Hause versuchen wir mühsam Kamelien zu päppeln…!


Nach einem Stadtrundgang widmeten wir uns dann der Moderne: Ausgesprochen spannend ist der Neubau eines Kulturzentrums – maßgeblich von Peter Eisenman verantwortet. Die Architektur ist ganz der Landschaft eingepasst und besticht durch ihre Materialien.

Die Bauten bilden die Hügellandschaft ab und passen sich perfekt der Umgebung an.

Derzeit sind noch nicht alle Häuser belegt, aber die Ausstellung über Galizien und seine Einbindung in Europa ist auf jeden Fall sehenswert.

So beseelt von der Moderne fuhren wir noch ca 60 km nach Arcade (kurz hinter Pontevedra), wo wir einen schönen Stellplatz direkt am Meer (42,338°N 8,61°W) gefunden hatten.

Eigentlich war das ja keine komplizierte Tour, sollte man denken. Allerdings hatten wir die Wette wieder einmal ohne google map gemacht – schickte uns das Navi doch prompt in ein Dorf als Abkürzung. War aber für das WoMO beim besten Willen nicht zu machen. Die Herausforderung? Ein Wendemanöver an einer schier unmöglichen Stelle. Aber Spanier haben Geduld und ließen mich gefühlt oxtrillionenmal Vor- und Zurücksetzen. Aber letztendlich zählt der Erfolg!

Sonntag, 9.2.2020

Der morgendliche Lauf fand bei leichtem Nieselregen statt, schon doof, wenn die Wettervorhersagen auch noch zutreffen. Ein letzter Blick auf die Bucht der Flussmündung des Rio Verdugo

und dann ging es zurück zur N 550. In Tui, dem spanischem Grenzstädtchen, kauften wir noch etwas ein und dann ging es über die Ponte internacional nach Portugal. Der Rio Minho ist der Grenzfluss. Lange Jahre war die Ponte internacional – im 19. Jh von Eiffel erbaut – die einzige direkte Verbindung zum Nachbarland (bis 1991). Die Portugiesen hatten aus der Vergangenheit gelernt und wollten sich so vor spanischen Übergriffen schützen.

Doppelstockbrücke- über den Autos verlaufen die Eisenbahnschienen –
zugelassen für Lkw bis 3,5 t, das passte, wenn auch etwas eng

In Valença do Minho besichtigten wir die alte Befestigungsanlage – heute ein Einkaufsidyll für Haushaltswäsche und Souvenirs. Aus welchem Grund hier fast jedes Geschäft Handtücher und Bettwäsche anbietet erschloss sich uns nicht. Die Spanier nutzten diese Einkaufsmöglichkeit jedenfalls sehr gern, fast jede/r lief mit einem vollen Paket herum. – Die in den Restaurants angebotene heiße Schokolade war übrigens ein Gedicht!

Der spanische Hahn, mit seiner eigenen Geschichte: Ein Brathähnchen, das ein Richter verspeisen wollte, soll zum Beweis der Unschuld eines des Diebstahls Bezichtigten gekräht haben…Nette Legende und der Gockel avancierte zu dem Souvenirobjekt.

Blick nach Tui

Für unser Nachtquartier hatten wir uns den kleinen Ort Vila Nova de Cerveira, direkt am Minho gelegen, ausgesucht. Leider hielt der Nieselregen an. Aber immer noch besser als die Orkanwarnungen, die für zu Hause ausgesprochen waren.

Montag, 10.2.2020

Leider hatte der Himmel noch kein Einsehen mit uns , es tröpfelte und nieselte so still vor sich hin. Dementsprechend zog es uns nach Porto, immer außerhalb der mautpflichtigen Autobahn. Allerdings stellte sich die Frage, ob das so eine gute Idee war. Die Straße ging von einem Ort in den anderen über, zwar immer an der Küste entlang, aber Tempo 50 km/h ist wirklich eine Reisegeschwindigkeit für retired people.

Für Porto hatte Ig einen Parkplatz municipale direkt an der Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) ausgemacht. Da wirklich noch keine Saison ist, war es keine Schwierigkeit diesen zu erreichen. Fußläufig konnten wir dann den Altstadtrundgang beginnen, zunächst genossen wir aber den Blick auf die Brücken über den Douro.

Eiffel hatte sich hier wieder einmal verewigt.

Die Besichtigung von Sé do Porto lohnte sich (Eintritt 5 €), vor allem die blauen Fayencen in den Kreuzgängen waren sehenswert – ganz zu schweigen von dem Kirchenschatz.

Der Hunger zog uns in die Altstadt – der morbide Charme war allgegenwärtig. In der Tat sind die Häuser fast alle aus Kostengründen nicht mehr bewohnt, nur in den unteren Etagen gibt es Geschäfte. Die große Überraschung: Obwohl in Portugal Hunde in den Lokalen nicht erwünscht um nicht zu sagen sogar verboten sind, fanden wir eine kleine Rarität:

Das war unser Lokal, zumal das Essen und der Portwein bestens mundeten.

Mit dem Stadtrundgang hatten wir Glück, der Nieselregen blieb aus. Für unser nächstes Nachtquartier zog es uns zurück in die Natur. Wir fuhren noch ca 60 km Richtung Aveiro. Der Rio Vouga bildet hier eine riesige Seen-und Sumpflandschaft aus. Auf einmal sahen wir unzählige Störche, die ihre Nester nicht nur auf sämtlichen Strommasten (manchmal drei übereinander) sondern auch in Astgabelungen der Bäume hatten. Es muss reichlich Nahrung für sie geben.

In Costa Nova, der Halbinsel zwischen dem Canal de Mira und dem Atlantik fanden wir ein ausgezeichnetes Nachtquartier. (40°36’37,9″N 8°45’12,3″W).

Dienstag, 11.2.2020

Die Sonne hatte uns wieder. Genau das richtige Wetter für eine ausgedehnten Strandwanderung – herrlich, ein Strand ganz für uns allein.

Goya auf Reisen – in seinem Element!

Die Räder des Womo’s blieben heute still stehen. Wir genossen diesen herrlichen Tag.

Mittwoch, 12.2.2020

Wir konnten uns von dem menschenleeren Strand und den wunderbaren Wellen noch nicht losreißen. Es zog uns erneut in Richtung Leuchtturm von Barra, ca 3,5 km immer am Wasser entlang. In einem Strandrestaurant war es dann soweit: Wir probierten Bacalhau lagareiro – phantastisch. Gegrillter Stockfisch auf Wirsingkohl, Möhren und gebratenem Brot in gaaaanz viel Olivenöl, serviert mit Pellkartoffeln. Echt super lecker!!!!

Auch hier durfte Goya wieder mit in das Restaurant und bekam sogar eine Wasserschüssel. Überhaupt: Unser altes Hundchen ist einfach nur selig, ein Strand voller Stöcker, Wellen, die ihn reizen und laufen, laufen, laufen.

Zum späten Nachmittag entschieden wir den nächsten Strandabschnitt aufzusuchen. Wir fuhren ca 60 km, vorbei an Figueira da Foz, passierten ehemalige Waldbrandgebiete (wir erinnertenuns, dass auch Portugal zu den Regionen gehört, die immer wieder von Waldbränden heim gesucht werden – keinWunder, bei den Kiefer- und Eukalyptuswäldern…) und fanden in Costa de Lavos einen Stellplatz mit Entsorgungsmöglichkeit – Kostenpunkt Null (40°5’16,0″N 8°52’29,5″W). Wir waren nicht die Einzigen, die diesen Platz entdeckt hatten – aber noch keine sommerliche Überfüllung. Und der Platz direkt am Strand. Was will man mehr.

Donnerstag, 13.2.2020

Heute morgen beim ersten Hundegang an den Strand war noch alles trübe und trotzdem wunderschön….

aber dann kam die Sonne heraus. Genau das Richtige für eine lange Strandwanderung – kilometerlanger Sandstrand und wirklich nicht eine Menschenseele.

Und passend zu diesem wunderbaren Tag (gekrönt mit Zitronenkartoffeln und Bratfisch) gab es auch mal wieder einen Sonnenuntergang (mit viel Lametta:))

bereit zur Einkaufsfahrt

Freitag, 14.2.2020

Beim morgendlichen Lauf überwog noch der Nebel mit seiner eigenartigen Stimmung…

aber schon nach dem Frühstück war der Sonnenschein zurück. Heute stand der Strand Richtung Figueira da Foz auf dem Plan. Die Dünenlandschaft wich einer Steilküste. Und an nur einer Stelle lagen Unmengen von Austernschalen am Strand, eine schöner als die nächste. Der Eiweißschaum, der von der Dünung angeschwemmt wurde, animierte irgendwie zum kindlichen Spiel.

So schön und entspannt dieser Platz auch war, uns zog es Richtung Nazaré.

nickender Sauerklee

Gegen 16.30 sattelten wir die Räder, vielen noch auf dem Weg in den Intermarché ein und erreichten dann – leider schon in der Dunkelheit – den Parkplatz unterhalb des Leuchtturms von Nazaré. Das Schild – für Wohnmobile verboten – ignorierte wir und waren mit dieser Entscheidung nicht allein. Wir fanden direkt an der Steilküste noch einen Parkplatz und stellten das WoMo noch auf die Keile.

Samstag, 15.2.2020

Als wir morgens die Rollos hochzogen hatten wir einen herrlichen Blick auf die Bucht von Nazaré und auf die anrollenden Wellen. Wahnsinn – kein Wind aber Wellen von bestimmt 5 m Höhe. Der Platz füllte sich und innerhalb kürzester Zeit waren die Straßenränder zugestellt. Die vorbeifahrende Gendarmerie kümmerte sich übrigens kein bisschen um unsere WoMos.

Wir beobachteten die Jet boats, die die Verrückten mit ihren Surfbrettern hinter die Brandung ziehen wollten, nach diversen Versuchen gelang das auch. Die jungen Leute am Strand, die ihre Arme in den Schlingen trugen bzw. Krücken nutzen mussten, zeugten von der Gefährlichkeit des sportlichen Unterfangens.

Da für Montag bzw. Dienstag Windstärke 4 vorausgesagt war zog es uns heute in das Landesinnere. Das Ziel war Tomar, die angeblich schönste Stadt Portugals. Eine sehr gut ausgebaute Straße IC 9 bzw. IC 2 führte uns nach ca 60 km dorthin.

Der Blick auf das zweistöckige Pegões-Aquädukt war beeindruckend. Es ist mehr als 6 Km lang und mehr als 30 m hoch. Erbaut in 1593 unter der Regentschaft von Philip I. v. Portugal wurde es 1614 von Pedro Fernando vollendet. In einer Halbröhre wurde Wasser für das Convento of Christo transportiert. Welch ein Aufwand.

Am Parkplatz 39°36’27,8″N 8°26’15,8″W konnte man herrlich picknicken. Sicher auch zum Übernachten geeignet. Aber wir wollten uns doch noch die schönste Stadt ansehen. Wir fanden in Tomas einen Parkplatz und dann führten wir Goya in denPark der Christusritterburg. Die Parkanlage führte uns leider etwas in die Irre, der Zugang zur Burg wäre über eine kleine Straße zu erreichen gewesen, über die Parkanlage ging es leider nicht.

Wir verzichteten und erkundeten lieber noch die malerische Altstadt.

Zur Stärkung fanden wir eine kleine Pinte, der Wein und der Schinken-Käseteller mundeten ausgezeichnet.

So ganz nebenbei erfuhren wir auch noch etwas über die jüdische Geschichte der kleinen Stadt. Die Synagoge wurde 1450 erbaut, aber bereits 1496 mussten die Juden Portugal verlassen. Das Haus erfuhr anschließend eine sehr wechselvolle Geschichte: Nach Leerstand wurde das Haus zum Gefängnis und zur Scheune (1885) und 1920 zum Weinlager umfunktioniert, 1939 schenkte der Besitzer das Haus dem portugiesischen Staat, der ein hebräisches Museum einrichtete.

Nach dem Abendessen wollten wir noch einen Stellplatz am Stausee (Bairro Fdundairo) aufsuchen. Nur leider führte uns das Navi in eine ausgespülte Schotterstraße, wir blieben prompt stecken, gut, dass der Spaten an Bord war. Trotzdem, der Spaß hielt sich in der Dunkelheit in Grenzen…Nachem Ig uns frei geschaufelt hatte wendeten wir und suchten den CP Parque de Campismo de Castelo de Bode auf. Besser das!!!

Sonntag, 16.2.2020

Die Überraschung bei der heutigen morgendlichen Hunderunde: Stoppelpilze im Winter! Das gibt ein lecker Abendessen.

Da uns gestern der Besuch des Cerca do Convento de Christo nicht gelungen war, machten wir heute den zweiten Anlauf. Wir fuhren die ca 15 km vom CP zurück, hatten einige leichte Schwierigkeiten, den Parkplatz direkt vor der Anlage zu erreichen und parkten schließlich am Straßenrand, ca 300 vor dem Eingang.

3 € (dem Alter und Ig’s Handicap sei Dank) ermöglichten uns die Besichtigung. Die Anlage ist riesig: Ursprünglich in 1162 als Templerkirche (Vorbild war wohl die Grabeskirche in Jerusalem) errichtet erfuhr sie 1515 einen Erweiterungsbau als Christusritterkirche – João de Castillo (heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehörig). Dort, wo beide Kirchen aneinanderstoßen befindet sich das bekannte manuelitische Portal.

Die gesamte Anlage wurde in früheren Zeiten über das Aquädukt, das wir gestern besichtigt hatten, mit Wasser versorgt. Verrückt, da doch unterhalb der Anlage Wasseradern zu finden waren.

Von der Größe der Anlage und ihrem guten Zustand waren wir ganz gefangen, nicht umsonst hielten wir uns mehr als 3 Stunden in ihr auf. Neben den spektakulären Kreuzgängen konnte man auch die gesamte Anlage des eigentlichen Klosters besichtigen (Küche, Speisesäle und Novizenzellen).

Nach so viel Kultur berauschte uns dann auf dem Weg zum WoMo der Duft der blühenden Orangen und Zitronenbäume.

Schließlich war es soweit, es zog uns erneut nach Nazaré. Ca 70 km und dann hatten wir das Ziel erreicht. Viel zu früh! Die Idee, den Parkplatz am Leuchtturm aufzusuchen erwies sich als schwerer Fehler: Sonntagsverkehr, alles parkte kreuz und quer und wir mit dem WoMo mittendrin. Aber wie heißt es so schön? Jeden Tag ein Abenteuer. Heute also mal wieder Wendemanöver, dank Ignaz und sehr netter und vor allem geduldiger Portugiesen bugsierten wir die WoMo Kiste aus dem Getümmel heil wieder heraus, fanden auf einem Baustellenparkplatz im Ort eine Abstellmöglichkeit und erkundeten die Seepromenade. Überrascht waren wir von den vielen Frauen in Tracht. Der Grund? Sie tragen diese traditionell Kleidung nur zum Karneval.

Der Ort Nazaré ist stark vom Tourismus geprägt (wir mögen uns kaum vorstellen, wie hier im Sommer der Bär steppen mag): Von den alten Fischereihäuschen zeugen nur noch einige wenige, leider schon fast verfallene Häuschen. Die Bucht mit ihrem herrlichen Sandstrand zielt halt verständlicherweise reichlich Besucher an, und jeder möchte an dem Geschäft teilhaben.

Wir genossen den Sonnenuntergang etwas anders und machten uns dann auf zum Stellplatz an der Steilküste.

Jetzt hatten wir richtig gepokert: Gegen 21.00 Uhr waren alle Tagestouristen fort und wir konnten den uns schon bekannten Platz ganz entspannt einnehmen.

Montag, 17.2.2020

Windstärke 4, das blies ganz ordentlich, die Wellen wurden über den ganzen Strand getrieben. Prompt holte sich Ig nasse Füße und Goya nahm ein unfreiwilliges Bad.

Wir waren von den Wellen (schätzungsweise ca 10 m hoch) einfach nur fasziniert.

Wir enterten das Leuchturmplateau, mit uns viele weitere Naturbegeisterte. War gar nicht so einfach, einen Platz direkt an der Brüstung zu ergattern.

Wer einen Platz hatte, gab ihn so schnell nicht wieder auf. Die Bilder können die Wellenhöhe gar nicht so richtig wiedergeben. Gelernt haben wir auch, dass die Wellenhöhe gar nicht von der Windstärke abhängig ist, vielmehr sind die Monsterwellen auf den Canyon direkt vor der Küste und dem Leuchtturm zurückzuführen , der sich über eine Länge von 230 Km und eine Tiefe bis zu 5000 m erstreckt. Dieser endet direkt vor dem steilen Riff des Leuchtturms und schafft dadurch die idealen Bedingungen für den weltweit besten Surfspot überhaupt. Nur hier sind die bisher höchsten Wellen gesurft worden.

Wir schlürten noch durch den Ort und hatten einen herrlichen Blick auf die Bucht und unseren Stellplatz.

sucht das WoMo

Und zur Belohnung für den heutigen Tag gab es selbstgemachte Spätzle und die gestern gefundenen Stoppelpilze.

Dienstag, 18.2.2020

Der Wind frischte heute nacht erheblich auf und kam direkt von Norden. Aber strahlender Sonnenschein. Die Wellen, die teilweise gegeneinander liegen und einen wirklichen Hexenkessel bildeten, faszinierten uns so sehr. Fotos über Fotos. Heute Abend war das ehrliche Arbeit, die alle zu sortieren. Hier eine kleine Auswahl:

Mit den Jetboats wurden die Surfer hinausgezogen, ein ausgesprochen waghalsiges und auch mühsames Unterfangen

durch die starke Brandung bildete sich Schaum, der fast breiig wirkte

Zugegeben, ein fast fauler Tag, sieht man von der Strandwanderung und der Jogging Runde ab, die auch die kleinen Schönheiten des Küstenstreifens offenbarte:

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